Entnahmerechner
Wann bist du finanziell unabhängig?
Die meisten Menschen sparen jahrelang, ohne zu wissen, ob ihr Vermögen wirklich reicht. Der Entnahmerechner zeigt dir modellbasiert, wann du finanziell unabhängig bist und wie sich dein Vermögen bis zum Endalter entwickelt. Grundlage sind Alter, Vermögen, Sparrate, Ausgaben, Rendite und optionale Steuerannahmen.
Entnahmerechner
Berechne wann du finanziell unabhängig sein kannst
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Hinweis: Der Rechner arbeitet in Jahres Schritten und zeigt gerundete, modellbasierte Werte. Abweichungen durch Rundung und vereinfachte Steuerannahmen sind möglich.
Praxis und Schritte
So nutzt du den Entnahmerechner
Gib Alter, aktuelles Vermögen, Sparrate und deine gewünschten monatlichen Ausgaben ein. Lege Endalter und Mindest Restbetrag als Sicherheitsziel fest. Wähle eine inflationsbereinigte Rendite (3/5/7 %) und optional Steuer/Freibetrag. Der Rechner simuliert dann den Vermögensverlauf in Jahres Schritten.
Wofür brauche ich den Entnahmerechner?
Der Entnahmerechner simuliert, wie lange dein Vermögen bei regelmäßigen Entnahmen reicht und ab wann dein Kapital deine Ausgaben dauerhaft deckt. Anders als ein Sparplanrechner fokussiert er sich auf die Entsparphase.
Wie unterscheidet sich finanzielle Unabhängigkeit von finanzieller Freiheit?
Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet: Dein Vermögen reicht aus, um deine Lebenshaltungskosten zu decken, ohne dass du arbeiten musst. Du kannst dir deinen aktuellen Lebensstandard leisten, bist aber nicht übermäßig reich.
Finanzielle Freiheit geht einen Schritt weiter. Hier hast du genug Kapital, um nicht nur deine Grundbedürfnisse zu decken, sondern auch Wünsche und Luxus zu finanzieren. Der Entnahmerechner hilft dir, beide Ziele realistisch zu planen.
Was ist die 4 Prozent Regel?
Die 4 Prozent Regel besagt: Wenn du jährlich 4 Prozent deines Startvermögens entnimmst, sollte dein Kapital mindestens 30 Jahre halten. Sie basiert auf einer US Studie aus den 1990er Jahren und gilt als Faustregel für die Ruhestandsplanung.
Ein Beispiel: Bei 500.000 Euro Vermögen könntest du jährlich 20.000 Euro entnehmen, also 1.667 Euro pro Monat. Für Deutschland empfehlen Experten jedoch eher 3 bis 3,5 Prozent, weil die Steuerlast höher ist und die Lebenserwartung steigt.
| Monatliche Entnahme | 3% Entnahme | 3,5% Entnahme | 4% Entnahme |
|---|---|---|---|
| 1.500 € | 600.000 € | 514.000 € | 450.000 € |
| 2.000 € | 800.000 € | 686.000 € | 600.000 € |
| 2.500 € | 1.000.000 € | 857.000 € | 750.000 € |
| 3.000 € | 1.200.000 € | 1.029.000 € | 900.000 € |
*Steuerhinweis: Auf den Gewinnanteil der Entnahme fallen ca. 26 % Kapitalertragsteuer an. Der Rechner oben kann Steuern berücksichtigen.
Der Entnahmerechner arbeitet flexibler als die starre 4 Prozent Regel. Du kannst verschiedene Entnahmeraten testen und siehst sofort, wie sich das auf deine finanzielle Unabhängigkeit auswirkt.
Vermögensverzehr vs. ewige Rente
Beim Vermögensverzehr planst du, dein Kapital bis zu einem bestimmten Alter aufzubrauchen. Du entnimmst mehr als die reine Rendite und lebst auch von der Substanz. Das erlaubt höhere monatliche Beträge, aber dein Vermögen schrumpft stetig.
Die ewige Rente bedeutet: Du entnimmst nur die Rendite und lässt das Kapital unangetastet. Dein Vermögen bleibt theoretisch für immer erhalten, aber die monatliche Entnahme fällt deutlich niedriger aus. Bei 500.000 Euro und 5 Prozent Rendite entspräche das grob rund 2.000 Euro pro Monat (vor Steuern, vereinfacht gerechnet).
Die meisten Menschen wählen einen Mittelweg: Vermögensverzehr mit Sicherheitspuffer. Du planst bis 85 oder 90 Jahre und lässt einen Mindest Restbetrag übrig. So bleibst du flexibel für unerwartete Kosten oder ein längeres Leben. Bevor du Entnahmestrategien planst, muss das Vermögen aufgebaut sein.
Für wen ist was sinnvoll
Welche Entnahmestrategie passt zu dir?
Wie realistisch sind die Rendite Annahmen?
Ein breit gestreuter Sparplan auf den MSCI World hat historisch etwa 7 Prozent Rendite pro Jahr gebracht. Nach Abzug der Inflation bleiben real etwa 4 bis 5 Prozent übrig. Das ist die Basis für die Rechnung mit 5 Prozent Rendite.
Wer vorsichtig plant, rechnet mit 3 Prozent. Das deckt schlechtere Börsenjahre ab und gibt dir einen Sicherheitspuffer. Bei 7 Prozent Rendite bist du optimistisch und gehst von sehr guten Marktbedingungen aus.
Wichtig: Die Rendite im Entnahmerechner sollte inflationsbereinigt sein. Wenn du 7 Prozent nominale Rendite annimmst und 2 Prozent Inflation abziehst, bleiben 5 Prozent real. Mit diesen 5 Prozent rechnest du dann im Tool.
Risiken und Steuern bei der Entnahmestrategie
Kapitalertragsteuer bei Entnahmen
Auf Kapitalerträge zahlst du in Deutschland 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent. Das gilt für Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne. Bei ETF Verkäufen wird die Steuer auf den Gewinn fällig, nicht auf die gesamte Entnahme.
Du hast einen Freibetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Erst Kapitalerträge darüber werden besteuert. Bei Paaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 2.000 Euro. Der Entnahmerechner kann diese Steuer berücksichtigen und zeigt dir die Nettoentnahme.
Beispiel (vereinfacht): Du entnimmst 2.000 Euro im Monat. Besteuert wird nur der Gewinnanteil dieser Entnahme. Wie hoch der Gewinnanteil ist, hängt von deinen Einstandskursen und Verkäufen ab. Der Rechner bildet die Steuer vereinfacht ab und hilft dir, die Größenordnung der Nettoentnahme abzuschätzen.
Sequence of Returns Risk
Das größte Risiko beim Entnahmeplan ist ein Börsencrash direkt zu Beginn deiner Entnahmephase. Wenn dein Portfolio im ersten Jahr 30 Prozent verliert und du trotzdem weiter entnimmst, schrumpft dein Kapital dramatisch. Es erholt sich möglicherweise nicht mehr vollständig.
Deshalb empfehlen Experten, ein bis drei Jahre Lebenshaltungskosten als Liquiditätspuffer zu halten. Dieses Geld liegt auf dem Tagesgeldkonto, nicht im ETF Depot. Bei einem Crash entnimmst du aus dem Tagesgeld, nicht aus dem geschrumpften Depot.
Eine andere Strategie: Passe deine Entnahme an die Marktlage an. In guten Börsenjahren entnimmst du mehr, in schlechten weniger. Diese Flexibilität erhöht die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass dein Kapital länger hält.
Typische Planungsfehler vermeiden
Viele Menschen unterschätzen ihre Lebenserwartung. Wer heute 60 ist, kann problemlos 90 oder älter werden. Plane im Zweifel konservativer (z. B. 90–95), wenn du maximale Sicherheit willst. Die fünf zusätzlichen Jahre kosten dich Planungssicherheit, wenn du zu knapp kalkulierst.
Ein weiterer Fehler: Inflation ignorieren. Was heute 2.000 Euro wert ist, reicht in 20 Jahren vielleicht nur noch für 1.500 Euro Kaufkraft. Rechne immer mit inflationsbereinigten Werten oder plane einen jährlichen Anstieg deiner Entnahme ein.
Zu optimistische Rendite Annahmen sind gefährlich. Wer mit 8 oder 9 Prozent plant, erlebt oft eine böse Überraschung. Bleib realistisch bei 4 bis 5 Prozent nach Inflation und Steuern. Läuft es besser, freust du dich über mehr Kapital.
Unerwartete Kosten einplanen
Selbst mit solidem Entnahmeplan können unvorhergesehene Ausgaben deine Rechnung durcheinander bringen. Größere Reparaturen, medizinische Behandlungen oder Unterstützung für Familie kosten schnell fünfstellige Beträge.
Deshalb ist der Mindest Restbetrag so wichtig. Er funktioniert als Notfallpuffer. Wenn am Ende 50.000 oder 100.000 Euro übrig bleiben sollen, hast du Spielraum für außergewöhnliche Ausgaben, ohne deinen Lebensstandard senken zu müssen.
Manche planen auch einen separaten Notgroschen außerhalb des Entnahmeplans. Dieser liegt auf dem Tagesgeldkonto und deckt 6 bis 12 Monate Lebenshaltungskosten ab. So greifst du nicht in dein Entnahme Portfolio ein, wenn etwas Unerwartetes passiert.
Nächste Schritte
Deine finanzielle Unabhängigkeit beginnt mit klarer Planung. Der Entnahmerechner zeigt dir, ob dein Ziel realistisch ist und wo du nachsteuern musst. Wenn die Zahlen passen, weißt du genau, wie viele Jahre du noch sparen musst.
Fehlt dir noch Vermögen für dein Ziel? Dann starte jetzt systematisch mit einem ETF Sparplan und baue Monat für Monat dein Kapital auf.
Bevor du in die Entnahmephase startest, baue einen Liquiditätspuffer auf. Ein bis drei Jahre Ausgaben auf dem Tagesgeldkonto schützen dich vor Börsenkrisen. Du musst nicht in Panik verkaufen, wenn die Märkte einbrechen.

Was du jetzt tun kannst
- Nutze den Entnahmerechner und teste verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Renditen und Entnahmeraten
- Baue systematisch Vermögen auf mit einem ETF Sparplan
- Vergleiche Broker Konditionen beim Brokervergleich
