Entnahmerechner

Wie lange reicht dein Vermögen?

Fabian K. – Redaktion Depotstarter
Redaktion: Fabian K.
Inhalt geprüft Zuletzt geprüft: 30.04.2026 Mehr über mich Pinterest

Mit dem Entnahmerechner berechnest du, wie lange dein Vermögen bei regelmäßigen Entnahmen reicht. Du kannst testen, welche monatliche Auszahlung möglich ist und wie Rendite, Steuern, Endalter und ein gewünschter Restbetrag dein Ergebnis verändern.

Der Rechner arbeitet mit inflationsbereinigten Renditeannahmen und vereinfachten Steuerwerten. So bekommst du eine erste Orientierung, ob dein Entnahmeplan bis zum gewünschten Endalter tragfähig wirkt.

Berechne, wie lange dein Vermögen reicht

Deine Situation

Entfällt bei finanzieller Unabhängigkeit
Durchschnitt Deutschland: ~83 Jahre · Konservativ: 90
Soll mindestens übrig bleiben. Mehr ist möglich (Jahres-Schritte).

Annahmen

Vereinfacht: Teilfreistellung nicht berücksichtigt
Erste 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr sind steuerfrei

Dein Plan

Gib deine Daten ein und starte die Berechnung.
Vermögensverlauf jährlich, inflationsbereinigt
Ansparphase Entnahmephase

Hinweis: Dieser Rechner dient ausschließlich zur Veranschaulichung und stellt keine Anlage oder Finanzberatung dar. Die Ergebnisse sind modellbasierte Prognosen ohne Garantie auf Richtigkeit. Der Rechner arbeitet in Jahresschritten mit vereinfachten Steuerannahmen (ohne Teilfreistellung). Tatsächliche Ergebnisse können abweichen.

Praxis

So nutzt du den Entnahmerechner sinnvoll

Starte mit realistischen Werten: aktuelles Vermögen, monatliche Sparrate, gewünschte Ausgaben und geplantes Endalter. Wähle danach eine inflationsbereinigte Rendite. Für eine vorsichtige Planung sind 3 % sinnvoll, 5 % ist ein realistischer Mittelwert und 7 % eher optimistisch.

Teste anschließend mehrere Szenarien. Senke oder erhöhe die monatliche Entnahme, ändere das Endalter und prüfe, wie stark ein gewünschter Restbetrag dein Ergebnis verändert. So erkennst du schnell, ob dein Entnahmeplan robust ist oder nur unter optimistischen Annahmen funktioniert.

Was berechnet der Entnahmerechner?

Der Entnahmerechner verbindet Ansparphase und Entnahmephase. Er zeigt dir, ob dein vorhandenes und künftig aufgebautes Vermögen ausreicht, um eine gewünschte monatliche Entnahme bis zu einem bestimmten Alter zu finanzieren.

Was der Entnahmerechner zeigt
Die wichtigsten Ergebnisse für deinen Entnahmeplan auf einen Blick
Laufzeit
Du siehst, wie lange dein Vermögen bei regelmäßigen monatlichen Entnahmen reicht.
Entnahmehöhe
Du erkennst, welche monatliche Auszahlung mit deinen Annahmen realistisch ist.
Restbetrag
Du prüfst, wie ein gewünschter Mindestbetrag am Endalter dein Ergebnis verändert.
Annahmen
Du vergleichst, wie Rendite, Steuern und Endalter deinen Entnahmeplan beeinflussen.
Vereinfacht dargestellt. Entscheidend sind Renditeannahme, Entnahmehöhe, Steuern und dein gewünschter Sicherheitspuffer.

Entnahmeplan, finanzielle Unabhängigkeit oder finanzielle Freiheit?

Der Entnahmerechner kann für verschiedene Ziele genutzt werden. Für einen klassischen Entnahmeplan prüfst du, wie lange dein Vermögen bei monatlichen Auszahlungen reicht. Bei finanzieller Unabhängigkeit geht es darum, ob dein Kapital deine laufenden Lebenshaltungskosten decken kann.

Finanzielle Freiheit ist weiter gefasst. Hier soll dein Vermögen nicht nur Grundkosten, sondern auch zusätzliche Wünsche finanzieren. Für beide Ziele gilt: Entscheidend sind Entnahmehöhe, Rendite, Steuern, Endalter und dein gewünschter Sicherheitspuffer.

Was ist die 4 Prozent Regel?

Die 4-Prozent-Regel ist eine Faustregel für Entnahmepläne. Sie besagt: Wenn du im ersten Jahr rund 4 % deines Startvermögens entnimmst und die Entnahme danach an die Inflation anpasst, soll das Vermögen historisch häufig etwa 30 Jahre gehalten haben.

Beispiel: Bei 500.000 € Startvermögen entsprechen 4 % einer jährlichen Entnahme von 20.000 €, also rund 1.667 € pro Monat vor Steuern.

Für Deutschland solltest du vorsichtiger planen. Steuern, längere Lebenserwartung, schwankende Kapitalmärkte und persönliche Sicherheitsziele können eine niedrigere Entnahmerate sinnvoll machen. Viele rechnen deshalb eher mit 3 % bis 3,5 %.

Benötigtes Startvermögen bei 3 %, 3,5 % und 4 % Entnahme*
Monatliche Entnahme 3% Entnahme 3,5% Entnahme 4% Entnahme
1.500 € 600.000 € 514.000 € 450.000 €
2.000 € 800.000 € 686.000 € 600.000 €
2.500 € 1.000.000 € 857.000 € 750.000 €
3.000 € 1.200.000 € 1.029.000 € 900.000 €

*Steuerhinweis: Auf den Gewinnanteil der Entnahme fallen ca. 26 % Kapitalertragsteuer an. Der Rechner oben kann Steuern berücksichtigen.

Der Entnahmerechner ist flexibler als eine starre Faustregel. Du kannst Laufzeit, Rendite, Steuern und Restbetrag selbst anpassen und siehst direkt, wie stabil dein Entnahmeplan unter verschiedenen Annahmen bleibt.

Vermögensverzehr oder ewige Rente?

Beim Vermögensverzehr planst du, dein Kapital bis zu einem bestimmten Alter teilweise oder vollständig aufzubrauchen. Du entnimmst also nicht nur die Rendite, sondern auch einen Teil deiner Substanz. Dadurch sind höhere monatliche Entnahmen möglich, aber dein Vermögen sinkt mit der Zeit.

Bei der ewigen Rente entnimmst du nur so viel, dass dein Kapital theoretisch erhalten bleibt. Das gibt mehr Sicherheit, führt aber zu niedrigeren monatlichen Auszahlungen. Bei 500.000 € Vermögen und 5 % Rendite wären das vereinfacht rund 2.000 € pro Monat vor Steuern.

In der Praxis ist oft ein Mittelweg sinnvoll: Du planst mit Vermögensverzehr bis 85 oder 90 Jahre und lässt zusätzlich einen Mindest-Restbetrag stehen. So bleibt dein Entnahmeplan flexibler, falls du länger lebst oder unerwartete Kosten entstehen.

Welche Entnahmestrategie passt zu dir?

Früher Entnahmestart Wenn du schon mit 50 oder 55 Jahren von deinem Vermögen leben möchtest, brauchst du eine längere Laufzeit. Plane deshalb konservativ und mit zusätzlichem Sicherheitspuffer.
Entnahme ab Rentenalter Wenn du erst ab etwa 65 entnimmst, ist die geplante Laufzeit kürzer. Eine moderate Entnahme kann dann realistischer sein, solange Steuern, Inflation und Marktschwankungen berücksichtigt werden.
Kapital erhalten Wenn du Vermögen vererben oder dauerhaft erhalten möchtest, passt eher eine Strategie nahe an der ewigen Rente. Die monatliche Entnahme fällt dafür niedriger aus.
Kapital teilweise verbrauchen Wenn kein hoher Restbetrag nötig ist, kann ein geplanter Vermögensverzehr sinnvoll sein. Dadurch ist mehr monatliche Entnahme möglich, aber dein Sicherheitspuffer wird kleiner.

Welche Renditeannahme ist realistisch?

Im Entnahmerechner solltest du mit inflationsbereinigten Renditen rechnen. Das bedeutet: Die erwartete Inflation ist bereits abgezogen. Wenn du zum Beispiel 7 % Rendite vor Inflation erwartest und langfristig mit 2 % Inflation rechnest, bleiben vereinfacht 5 % reale Rendite.

Ein breit gestreutes Aktien-ETF-Portfolio, zum Beispiel auf den MSCI World, kann langfristig eine sinnvolle Grundlage für solche Annahmen sein. Im Entnahmeplan solltest du trotzdem vorsichtiger rechnen als in der Ansparphase, weil schwache Börsenjahre zu Beginn der Entnahmephase besonders stark wirken.

Renditeannahmen im Entnahmerechner
So kannst du 3 %, 5 % und 7 % realistisch einordnen
3 % vorsichtig
Geeignet für eine konservative Planung, wenn du schwächere Marktphasen und mehr Sicherheit einkalkulieren möchtest.
5 % realistisch
Sinnvoll als Basisszenario für ein breit gestreutes Aktien-ETF-Portfolio nach Abzug einer angenommenen Inflation.
7 % optimistisch
Eher ein positives Szenario. Für die langfristige Entnahmeplanung solltest du dich darauf nicht allein verlassen.
Vereinfacht dargestellt. Für die Entnahmephase sind reale Renditen wichtiger als nominale Durchschnittswerte.

Steuern bei ETF Entnahmen

Bei ETF Entnahmen wird nicht die gesamte Auszahlung besteuert, sondern nur der steuerpflichtige Gewinnanteil. Verkaufst du ETF Anteile, zählt also der Unterschied zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis.

Auf steuerpflichtige Kapitalerträge fällt in Deutschland grundsätzlich Abgeltungssteuer an. Ohne Kirchensteuer liegt die Belastung inklusive Solidaritätszuschlag bei 26,375 %. Bei Aktien ETFs kann zusätzlich die Teilfreistellung greifen. Der Entnahmerechner bildet Steuern deshalb nur vereinfacht ab.

Wichtig ist auch der Sparer Pauschbetrag. Kapitalerträge bis 1.000 € pro Person und Jahr bleiben steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag eingerichtet ist. Bei gemeinsam veranlagten Paaren sind es 2.000 €.

Eine genaue Steuerberechnung hängt von deinen Einstandskursen, Verkäufen, Gewinnen, Verlusten, Teilfreistellung und deinem Broker ab. Mehr Details findest du im Ratgeber ETF Steuern.

Risiko zu Beginn der Entnahmephase

Das größte Risiko bei einem Entnahmeplan ist ein starker Börsenrückgang direkt am Anfang. Wenn dein Depot früh deutlich fällt und du trotzdem weiter entnimmst, verkaufst du Anteile zu ungünstigen Kursen. Dadurch kann dein Kapital schneller schrumpfen als geplant.

Deshalb ist ein Liquiditätspuffer sinnvoll. Ein bis drei Jahre Ausgaben auf Tagesgeld können helfen, schlechte Börsenphasen zu überbrücken. In dieser Zeit musst du nicht zwingend aus dem geschrumpften Depot verkaufen.

Zusätzlich kannst du deine Entnahme flexibel anpassen. In guten Marktphasen entnimmst du normal, in schwachen Jahren etwas weniger. Das erhöht die Chance, dass dein Vermögen länger reicht.

Typische Fehler bei der Entnahmeplanung

Viele Entnahmepläne scheitern nicht an der Mathematik, sondern an zu optimistischen Annahmen. Häufig werden Lebenserwartung, Inflation, Steuern oder unerwartete Ausgaben unterschätzt.

Plane beim Endalter lieber konservativ. Wer heute 60 ist, kann problemlos 90 oder älter werden. Wenn du zu knapp kalkulierst, können wenige zusätzliche Jahre den gesamten Plan verändern.

Auch die Inflation sollte nicht ignoriert werden. Was heute 2.000 € Kaufkraft hat, reicht in 20 Jahren deutlich weniger weit. Arbeite deshalb möglichst mit inflationsbereinigten Werten. Wie stark Inflation deine spätere Kaufkraft verändert, kannst du mit dem Inflationsrechner prüfen.

Zusätzlich brauchst du einen Sicherheitspuffer für ungeplante Ausgaben. Reparaturen, medizinische Kosten oder Unterstützung für Familie können schnell teuer werden. Ein Mindest Restbetrag im Entnahmerechner hilft dir, solche Risiken nicht komplett auszublenden.

Nächste Schritte nach der Berechnung

Der Entnahmerechner zeigt dir, ob dein aktueller Plan tragfähig wirkt oder ob du nachsteuern solltest. Entscheidend ist nicht ein einzelnes Ergebnis, sondern der Vergleich mehrerer Szenarien.

Teste deshalb mindestens drei Varianten: eine vorsichtige Rechnung mit niedriger Rendite, ein Basisszenario und eine optimistische Variante. Funktioniert dein Plan nur im besten Szenario, ist er zu knapp kalkuliert.

Fehlt dir noch Vermögen für dein Ziel, ist der nächste Schritt der systematische Vermögensaufbau. Dann hilft dir der ETF Sparplan Rechner, deine monatliche Sparrate und dein mögliches Zielvermögen besser einzuschätzen.

Wenn du dafür noch kein passendes Depot hast, findest du geeignete Anbieter im Brokervergleich.

Wenn dein Plan bereits realistisch wirkt, solltest du vor der Entnahmephase einen Liquiditätspuffer aufbauen. Ein bis drei Jahre Ausgaben auf Tagesgeld können helfen, schlechte Börsenphasen zu überbrücken, ohne direkt ETF Anteile verkaufen zu müssen.

Häufige Fragen – FAQs

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